Zukunft: Mikroverfahrenstechnik



Mikrowärmetauscher


Mikroverfahrenstechnische Anlage

Wer mit chemischen Produktionsanlagen riesige Reaktionskessel, kilometerlange Rohrleitungen und turmhohe Destillationskolonnen verbindet, wird in Zukunft umdenken müssen. Aber wie sieht diese Technik von morgen aus? Die Mikroverfahrenstechnik weist den Weg. Mikro steht für klein, leicht und kostengünstig. Winzig klein, aber ungeheuer leistungsfähig! Die Mikroverfahrenstechnik, auch bekannt unter dem Stichwort Chemiefabrik im Westentaschenformat, gehört zu den Schlüsseltechnologien der Zukunft.

Die Mikroverfahrenstechnik umfasst hierbei den Bereich der Mikrosystemtechnik, der sich mit chemischen Reaktionen und Verfahren beschäftigt, die in Apparaten mit charakteristischen Abmessungen zwischen 1 µm und 1 mm ablaufen. Zur Veranschaulichung: Die Strömungskanäle dieser Komponenten sind damit teilweise dünner als ein menschliches Haar. Verfahrenstechnische Apparate wie Reaktoren, Mischer und Wärmeübertrager lassen sich dadurch auf kleintem Raum realisieren.

Alle großen Unternehmen der chemische Industrie beschäftigen sich bereits seit einiger Zeit mit der Mikroverfahrenstechnik, da sich durch sie neue Wege in der chemischen Prozessführung erschließen lassen. Chemische Reaktionen lassen sich mit der Mikroverfahrenstechnik exakter und effizienter durchführen als in großen Anlagen. Außerdem sind die auf kleinstem Raum gut kontrollierbaren Prozesse mit weniger Emissionen, weniger Abfällen und geringem Störfallrisiko verbunden. Dies betrifft beispielsweise Reaktionen, die sich wegen ihrer extremen Wärmeentwicklung sonst nur schwer technisch durchführen lassen.

Quellen: Forschungszentrum Karlsruhe, Dechema